DGB entlarvt Schönfärberei am Lehrstellenmarkt!
Zum Alarmruf von DGB-Chef Sommer, es würden zehn Mal mehr Lehrstellen fehlen, erklärt JU-Chef Philipp Mißfelder:

DGB-Chef Sommer hat die Bemühungen der Bundesregierung um die Schaffung von Lehrstellen als Beschwichtigungspolitik entlarvt. Das Versagen der rot-grünen Wirtschafts- und Sozialpolitik wird bei der Ausbildung unserer Generation ein weiteres Mal deutlich.

Anders als von Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) noch am 6. November behauptet, fehlen nicht 28.400, sondern über 200.000 Ausbildungsplätze. Weniger als die Hälfte der Jugendlichen, die in eine Ausbildung „vermittelt“ wurden, werden betrieblich ausgebildet. Zahllose Jugendliche sind gezwungen, sich als Ungelernte zu bewerben, und fallen so aus der Statistik der Lehrstellensuchenden.

Statt die Bedingungen für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung endlich durchgreifend zu verbessern und den mittelständischen Unternehmen Luft zu verschaffen, da sie das Rückgrat des Arbeits- und Ausbildungsmarktes sind, ergeht sich die Bundesregierung in milliardenschweren Programmen zur Bilanzkosmetik am Lehrstellenmarkt.

Rot-Grün muss endlich die Ursachen für Arbeitslosigkeit und Ausbildungsnot bekämpfen und die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Investition in berufliche Bildung für die Betriebe wieder attraktiv machen. Eine Ausbildungsplatzabgabe, egal ob in Form eines Fonds oder einer Stiftung organisiert, kann die Strukturprobleme nicht überwinden. Diese weitere Maßnahme zur Beschönigung der Situation führt nur zu noch mehr Bürokratie und Kosten, von denen schon heute die mittelständische Wirtschaft viel stärker pro Beschäftigtem belastet ist als die großen Unternehmen. Für den Ausbildungsmarkt wäre die Abgabe ein weiterer Schritt in den Abgrund.

Georg Milde, 19.11.2003
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