Die Junge Union begrüßt die Einführung von nationalen Bildungsstandards. Wir haben diese Position schon seit längerem vertreten und sind froh, dass diese Forderung nun erfüllt wird. Standards sind ein sinnvolles Wettbewerbsinstrument und schaffen mehr Gerechtigkeit und Transparenz.
Sie können aber nur ein erster Schritt sein. Es müssen endlich weitergehende Konsequenzen aus der Offenlegung von Defiziten durch PISA gezogen werden. Wir fordern zum Beispiel, dass die Standards zu Benchmarks weiterentwickelt werden. Die Bundesländer mit schlechten Ergebnissen müssen sich an Ländern mit guten Ergebnissen orientieren. Sprich: Mehr Bayern und weniger Bremen. Ebenfalls wollen wir, dass verbindliche Standards auch für das Abitur festgesetzt werden. Damit würden langfristig universitäre Eignungstests vermieden, die nur unnötige Bürokratie schaffen und keinen Wettbewerb erzeugen.
Das Festlegen substanzieller Bildungsstandards muss von konkreten Strategien für den Schulalltag begleitet werden, die die Brücke von den realen Defiziten zu den angestrebten standardisierten Zielen schlagen. Für Schüler und Eltern soll dabei Vergleichbarkeit geschaffen werden, im Bildungswesen zurechenbare Verantwortlichkeit. Der schulischen Bildung muss in der Landespolitik überall hohe Priorität eingeräumt werden, damit aus der Neuorientierung des Schulsystems ein Erfolg wird.
Wesentliche Elemente einer „neuen“ Schule müssen eine wirksame Förderung schwacher Schüler sein sowie eine gezielte Förderung der Leistungsfähigsten, für die auch eine bessere Fortbildung und ein höheres fachliches Engagement der Lehrerschaft notwendig ist. Das mit den Bildungsstandards verfolgte Ziel der Durchlässigkeit des Bildungssystems soll sich auch in der administrativen Handhabung nach oben mobiler Bildungsbiographien im Sinne der Erleichterung und Ermutigung niederschlagen.
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| Georg Milde, 09.12.2003 |
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